Kaum ein Möbelstück prägt das Wohnzimmer so stark wie das Sofa. Es bestimmt die Laufwege, setzt den Maßstab für Couchtisch und Teppich und entscheidet oft darüber, ob sich ein Abend mit Gästen eng oder großzügig anfühlt. Wer 2026 auf der Suche nach einem neuen Sofa ist, merkt schnell, dass sich die Prioritäten verschoben haben: Wuchtige Polsterlandschaften in grauem Einheitsstoff treten zurück, gefragt sind Modelle, die leicht wirken, auf sichtbaren Holzfüßen stehen und sich dem Grundriss anpassen, anstatt ihn zu beherrschen.
Ein anschauliches Beispiel für diese Entwicklung ist Milano, ein modulares sofa mit füßen des italienischen Polstermöbelherstellers Bodema. Giuseppe Manzoni hat das Programm exklusiv für die Marke entworfen, und die Grundidee erschließt sich auf den ersten Blick: Ein Gestell aus Eschenholz im dunklen Wengé-Ton hebt die Polster auf hohen Füßen vom Boden ab, während Sitz- und Rückenkissen mit Gänsedaunen gepolstert sind. Weil sich das Sofa in sehr unterschiedliche Formen zusammenstellen lässt, kann es in einer kompakten Stadtwohnung genauso funktionieren wie in einem offenen Wohn-Ess-Bereich mit viel Platz.
Warum Naturmaterialien das Sofa 2026 prägen
Holz, Wolle, Leinen und Stein ziehen sich inzwischen durch viele Einrichtungskonzepte, und das Sofa bildet dabei keine Ausnahme. Wer sich damit beschäftigt, wie sich Holz, Stein und Textilien im Wohnraum clever kombinieren lassen, erkennt schnell, dass es weniger um einzelne Materialien geht als um ihr Zusammenspiel. Ein Holzboden, ein Couchtisch mit Steinplatte und ein Sofa mit sichtbarem Holzgestell ergeben ein ruhiges Gesamtbild, solange die Holztöne zueinander passen und nicht wild durcheinandergehen.
Am Sofa selbst zeigt sich der Trend vor allem an zwei Stellen. Da ist zunächst das Gestell: Hohe Holzfüße lassen die Polsterung gewissermaßen schweben und nehmen einem großen Möbel viel von seinem optischen Gewicht, was gerade in kleineren Räumen spürbar ist, weil der Boden darunter sichtbar bleibt. Bei Milano ist das Fußteil aus Eschenholz das eigentliche Erkennungsmerkmal, und der dunkle Farbton lässt sich mit nahezu jedem Bezug kombinieren. Die zweite Stelle sind die Bezüge selbst, denn strukturierte Webstoffe, Samt oder echtes Leder liefern genau die Haptik, die Räumen mit vielen glatten Flächen oft fehlt. Praktisch ist es außerdem, wenn sich die Bezüge abnehmen lassen, wie es bei zahlreichen Stoffen aus dem Musterkatalog von Bodema der Fall ist. So kann man sie reinigen oder später austauschen, ohne gleich ein neues Möbel kaufen zu müssen.
Klare Linien, die trotzdem gemütlich bleiben
Die Vorliebe für klare, gerade Formen hat eine Kehrseite, denn ein allzu strenges Sofa kann einen Raum schnell kühl wirken lassen. Milano begegnet dem mit zwei Varianten der Rückenlehne. Beim klassischen Modell sind Rücken- und Sitzkissen gleich breit, was eine ruhige, geschlossene Silhouette ergibt. Die Version Milano Pillow arbeitet mit kleineren Rückenkissen, die den Blick auf die feste Rückenlehne bewusst freigeben, und lässt sich mit Zierkissen rund um die Sitzfläche ergänzen. In einem Wohnzimmer, das ohnehin viele gerade Kanten hat, etwa durch Regalwände oder große Fensterfronten, bringt die lockerere Pillow-Variante etwas Bewegung hinein. Ist der Raum dagegen schon reich an Mustern und Texturen, sorgt die klassische Form eher für Ruhe.
Auch beim Sitzkomfort lohnt ein genauerer Blick auf den Aufbau. Die Sitzflächen von Milano sind mit Daunen gepolstert, die auf einer Polyurethanplatte in verschiedenen Dichten aufliegen, und die Rückenkissen folgen demselben Prinzip. Der Schaumkern gibt dem Kissen Form und Halt, während die Daunenschicht darüber für die weiche, leicht nachgiebige Oberfläche sorgt, die viele an einem Sofa schätzen.
Modulare Konfigurationen: vom Zweisitzer bis zur Sitzinsel
Der größte Vorteil eines modularen Sofas zeigt sich meist erst Jahre nach dem Kauf. Ein Umzug, ein Kind, ein neu aufgeteilter Wohnbereich: Wo ein festes Sofa plötzlich nicht mehr passt, lassen sich einzelne Module ergänzen, umstellen oder anders kombinieren. Milano ist als 2-, 3-, 4- und 5-Sitzer erhältlich und lässt sich darüber hinaus zu L-förmigen Varianten, Ecksofas mit Chaiselongue oder offenen Endelementen sowie zu Kombinationen mit Hocker zusammenstellen. Welche Form sinnvoll ist, hängt vor allem vom Raum und von der Art ab, wie er genutzt wird.
| Konfiguration | Passt gut zu | Worauf man bei der Planung achten sollte |
| 2- oder 3-Sitzer | kleineren Wohnzimmern und Stadtwohnungen | ausreichend Abstand zum Couchtisch und freie Laufwege |
| 4- oder 5-Sitzer | Familien und langen, ungeteilten Wandflächen | Wandlänge und Position von Heizkörpern vorher ausmessen |
| L-Form oder Ecksofa | Raumecken und der Zonierung offener Grundrisse | Richtung der Ecke passend zu Fenster und Blickachse wählen |
| mit Chaiselongue | Leseecken und allen, die gern liegend entspannen | zusätzliche Tiefe im Raum einplanen |
| offene Endelemente mit Hocker | Sofas, die frei im Raum stehen sollen | Rückseite bleibt sichtbar und sollte zum Raum passen |
| große Kombination mit 8, 10 oder mehr Plätzen | großzügigen Wohnbereichen und häufigen Gästen | Raumgröße, Anlieferweg und Treppenhaus prüfen |
Gerade die großen Kombinationen zeigen, was modulare Systeme heute leisten. Bodema beschreibt für Milano ausdrücklich zerlegte Sofas mit acht, zehn oder mehr Sitzplätzen, die mitten im Raum stehen und von allen Seiten wirken sollen. Solche Sitzinseln teilen einen offenen Grundriss auf natürliche Weise in Wohn- und Essbereich, ganz ohne zusätzliche Raumteiler. Für die Planung stellt der Hersteller auf der Produktseite ein technisches Datenblatt sowie 2D- und 3D-Dateien bereit, mit denen sich die gewünschte Anordnung vorab im eigenen Grundriss durchspielen lässt.
Qualität prüfen, bevor die Entscheidung fällt
Ein Sofa bleibt in vielen Haushalten zehn Jahre oder länger im Einsatz, deshalb lohnt sich ein prüfender Blick über die Optik hinaus. Wichtig sind vor allem die Stabilität des Gestells, der Aufbau der Polsterung, die Strapazierfähigkeit des Bezugs und die Frage, ob das Möbel Schadstoffe an die Raumluft abgibt. In Deutschland bietet das Gütezeichen Goldenes M der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel eine verbreitete Orientierung: Möbel mit diesem Zeichen werden in unabhängigen Laboren unter anderem auf Haltbarkeit, Stabilität, Emissionen sowie Licht- und Reibechtheit geprüft. Unabhängig davon, ob ein bestimmtes Modell ein solches Siegel trägt, lassen sich dieselben Punkte beim Händler erfragen, etwa anhand des Datenblatts, der Materialangaben und der Pflegehinweise zum gewählten Bezug.
Am Ende entscheidet trotzdem der eigene Körper. Sitzhöhe, Sitztiefe und die Nachgiebigkeit der Polster fühlen sich bei jedem Menschen anders an, und keine Produktbeschreibung ersetzt eine Viertelstunde Probesitzen. Bodema listet dafür auf seiner Website Vertriebspartner, bei denen sich die Kollektion ansehen lässt, und wer Stoffmuster zu Hause neben Boden, Vorhängen und Couchtisch betrachtet, sieht schnell, ob der Bezug zum restlichen Raum passt.





