Bald endet das Gartenjahr, doch auch im Dezember gibt es im Garten noch einiges zu tun. Zwar wachsen die meisten Pflanzen jetzt nicht mehr, aber als Gärtner weißt du: Ganz still steht die Gartenarbeit nie. Hier erfährst du, welche Aufgaben im Dezember anstehen, was du jetzt noch säen oder pflanzen kannst, und welche Pflanzen sogar in der Winterkälte blühen. Außerdem schauen wir auf den Saisonkalender für Obst und Gemüse im Dezember und geben Tipps, worauf du in der kalten Jahreszeit achten solltest.
Übersicht: Der Garten im Dezember
Häufige Arbeiten | Laub vom Rasen entfernen; empfindliche Pflanzen vor Frost schützen; Vögel im Winter füttern |
Aussaat | nur wenig möglich – Kaltkeimer jetzt aussäen; Salat & Kräuter im Gewächshaus oder auf der Fensterbank |
Rasenpflege | Laub abkehren; nicht mehr mähen; gefrorenen Rasen nicht betreten |
Pflanzen im Dezember | kaum Neuanpflanzungen; nur winterharte Zwiebeln und robuste Gehölze bei mildem Wetter pflanzen |
Blüht jetzt | einige Winterblüher wie Christrose, Schneeheide, Winterjasmin oder Zaubernuss zeigen Blüten |
Ernte & saisonal kaufen (DE) | Grünkohl, Rosenkohl, Lauch und Wurzelgemüse ernten; Äpfel und Birnen aus Lagerhaltung genießen |
Was kann man im Dezember pflanzen?
Bodenfrost und kurze Tage machen den Dezember zur Nebensaison im Garten. Doch wenn das Wetter mitspielt, kannst du trotzdem noch das eine oder andere pflanzen. Schauen wir uns an, welche Blumen, Gemüse und sogar Gehölze im Dezember noch einen Platz im Beet finden – und worauf du dabei achten solltest.
Welche Blumen kann man im Dezember pflanzen?
In vielen Regionen ist es jetzt zu kalt, um empfindliche Blumen ins Freiland zu setzen. Blumenzwiebeln für Frühblüher solltest du idealerweise schon im Herbst gesteckt haben – falls du es verpasst hast, kannst du es bei frostfreiem Boden Anfang Dezember noch nachholen. Auch einige robuste winterblühende Pflanzen für Balkon und Terrasse lassen sich noch einpflanzen, solange kein Dauerfrost herrscht.
- Frühjahrs-Blumenzwiebeln (Tulpen, Narzissen, Krokusse): Bei frostfreiem Boden kannst du vergessene Blumenzwiebeln jetzt noch in ca. 10 cm Tiefe setzen. Ist der Boden schon gefroren, pflanze die Zwiebeln alternativ in Töpfe und stelle diese ins Freie.
- Winterheide (Schneeheide) (Erica carnea): Dieses Heidekraut mit rosa bis weißen Blüten kann auch im Dezember noch in Kästen oder Beete gepflanzt werden, solange der Boden nicht hart gefroren ist. Die niedrigen Polsterpflanzen sorgen für Farbtupfer im winterlichen Garten.
- Stiefmütterchen & Hornveilchen: Diese frostharten Beetblumen blühen bei milder Witterung sogar im Winter. Du kannst vorgezogene Stiefmütterchen bei plusgraden Temperaturen noch in Schalen oder ans Beet setzen. An sehr geschützten Stellen überstehen sie leichte Fröste und blühen an frostfreien Tagen.
- Christrosen (Helleborus niger): Vorgetriebene Christrosen im Topf (oft als Weihnachtsrosen verkauft) kannst du jetzt ins Beet setzen. Sie sind mehrjährig und blühen von Dezember bis in den Frühling. Achte darauf, beim Pflanzen den Boden frostfrei zu erwischen und die Pflanze gut anzugießen, damit sie vor dem nächsten Frost noch leicht einwurzeln kann.
Welches Gemüse kann man im Dezember pflanzen?
Im Gemüsebeet ist es im Dezember meist zu kalt für Neupflanzungen. Nur wenige robuste Arten können jetzt noch in die Erde, falls der Boden nicht gefroren ist. Empfindliches Gemüse solltest du besser erst im Frühjahr wieder auspflanzen.
- Knoblauch (Allium sativum): Einzelne Knoblauchzehen kannst du auch im Dezember noch stecken. Setze sie etwa 5 cm tief in lockere Erde mit dem Spitzen Ende nach oben. Der Knoblauch bekommt so die nötige Kälteperiode und wird im Frühjahr austreiben. Verwende am besten speziell für die Herbstpflanzung geeignete, winterharte Knoblauchsorten.
- Steckzwiebeln: Wintersteckzwiebeln sollten idealerweise bis November in der Erde sein. Falls du noch welche übrig hast und der Boden offen ist, kannst du einen Pflanzversuch wagen. Setze die Zwiebelchen flach in den Boden. Sie werden erst im Frühjahr weiterwachsen, aber mit etwas Glück hast du dann einen kleinen Vorsprung bei der Ernte.
- Rhabarber: Teile von Rhabarberwurzeln (Rhizome) kannst du bei mildem Wetter auch im Dezember noch ins vorbereitete Beet pflanzen. Der Rhabarber befindet sich zwar in Winterruhe, wird aber im Frühjahr austreiben. Pflanze die Rhizomstücke so, dass die Knospen ein paar Zentimeter mit Erde bedeckt sind, und halte den Boden leicht feucht.
- Meerrettich: Wenn du Meerrettich im Garten anbauen möchtest, ist der Winter ein guter Zeitpunkt, um Wurzelstecklinge zu setzen. Pflanze etwa 20 cm lange Meerrettich-Wurzelstücke schräg in die Erde (im Beet oder auch im Hochbeet). Sie werden im Frühjahr austreiben. Wichtig: Boden frostfrei und locker halten, damit die Stecklinge nicht erfrieren und gut anwurzeln können.
Was kann im Dezember ins Hochbeet pflanzen?
Auch im Hochbeet herrscht im Dezember weitgehend Winterruhe. Durch die erhöhte Lage und Verrottungswärme kann die Erde im Hochbeet zwar ein paar Grad wärmer sein als im normalen Beet, doch wirklich wachsen wird auch dort jetzt kaum etwas. Wenn du einen Frühbeet-Aufsatz oder Folientunnel über dem Hochbeet hast, kannst du es noch für einige Wintergemüse nutzen. Ansonsten empfiehlt es sich, das Hochbeet vor Witterung zu schützen und für das Frühjahr vorzubereiten.
- Feldsalat: Winterharte Salate wie Feldsalat (Rapunzel) fühlen sich im Hochbeet wohl. Hast du im Herbst Feldsalat gesät oder Jungpflänzchen gesetzt, kannst du diese im Dezember unter einer Abdeckung weiterwachsen lassen und bei Bedarf ernten. Das Hochbeet hält den Boden etwas länger frostfrei.
- Spinat & Co: Winterspinat oder auch Winterportulak gedeihen im Hochbeet mit leichter Abdeckung (Vlies oder Frühbeetdeckel) noch eine Weile. Direkte Aussaat von Spinat im Dezember ist riskant, aber falls das Hochbeet durch Kompostwärme noch warm ist, könntest du es ausprobieren. Besser ist, bereits vorhandene junge Pflanzen zu nutzen und nur bei Tauwetter zu ernten.
- Endivie und Zuckerhut: Solltest du Herbstsalate wie Endiviensalat oder Zuckerhut im Hochbeet haben, kannst du sie mit einem Aufsatz länger schützen. Diese Salatarten vertragen leichten Frost. Im Hochbeet mit Abdeckung können sie oft bis Weihnachten oder länger frisch geerntet werden.
- Leeres Hochbeet abdecken: Steht dein Hochbeet im Dezember komplett leer, lass es nicht ungeschützt. Decke die Erde mit einer dicken Schicht Laub, Stroh oder Mulch ab. So verhinderst du, dass Dauerfrost tief in die Schichten dringt, und schützt die Bodenorganismen. Alternativ kannst du auch eine Wintervlies-Abdeckung oder alte Teppiche auflegen. Im Frühjahr entfernst du den Schutz wieder und hast einen lockeren, geschützten Boden.
Kann man Bäume und Sträucher im Dezember pflanzen?
Ja, das geht! Der Winter ist sogar eine traditionelle Pflanzzeit für viele Gehölze, solange der Boden nicht gefroren ist. Besonders wurzelnackte Bäume, Rosen und Heckensträucher werden oft im Spätherbst und frühen Winter gepflanzt, da sie ohne Laub in Ruhe anwachsen können. Wenn starker Frost herrscht oder der Boden hart gefroren ist, solltest du natürlich warten. Aber milde Dezembertage kannst du nutzen, um neue Obstbäume oder Sträucher in die Erde zu bringen.
- Obstbäume: Apfel-, Birnen-, Kirsch- oder Pflaumenbäume kannst du im Dezember als wurzelnackte Jungbäume pflanzen. Wähle einen frostfreien Tag und grabe ein großzügiges Pflanzloch. Die zarten Wurzeln dürfen nicht einfrieren, deshalb nach dem Setzen Erde gut andrücken und leicht angiessen. Durch die Winterfeuchte etabliert sich der Baum, bis er im Frühjahr austreibt.
- Ziersträucher & Hecken: Robuste Laubgehölze wie Liguster, Hainbuche oder Flieder sowie immergrüne Heckenpflanzen können bei mildem Wetter ebenfalls jetzt gepflanzt werden. Achte darauf, dass die Pflanzgrube nicht gefroren ist. Setze die Sträucher so ein, dass die Wurzeln gut mit Erde bedeckt sind, und gib ihnen einen Gießschwall, wenn der Boden feucht aufnahmefähig ist.
- Rosen: Wurzelnackte Rosa-Pflanzen werden traditionell im Herbst und Winter gesetzt. Im Dezember ist das problemlos möglich, sofern kein strenger Frost herrscht. Pflanze die Rosen so, dass die Veredelungsstelle etwa 5 cm unter der Erde liegt. Häufle anschließend etwas Erde oder Laub um die Basis der Rose an (Winterschutz), damit die Veredelungsstelle vor Kälte geschützt ist.
- Immergrüne Gehölze: Auch einige immergrüne Sträucher und Nadelgehölze lassen sich jetzt noch pflanzen, z.B. Lebensbaum (Thuja), Kirschlorbeer oder Stechpalme. Da immergrüne Pflanzen auch im Winter Wasser verdunsten, ist regelmäßiges Gießen an frostfreien Tagen nach dem Pflanzen wichtig. Mulche den Wurzelbereich, damit die Feuchtigkeit gehalten wird und die Wurzeln etwas vor Kälte geschützt sind.
Aussaat im Dezember: Diese Pflanzen und Gemüse kannst du im Dezember aussäen
Im Dezember ist es draußen dunkel und kalt – eigentlich keine gute Zeit zum Aussäen. Doch es gibt Ausnahmen: Manche Samen brauchen sogar die Kälteperiode, um zu keimen (sogenannte Kaltkeimer). Andere Pflanzen kannst du drinnen im Warmen vorziehen, damit sie im Frühling einen Wachstumsvorsprung haben. Schauen wir uns an, welche Blumen, Gemüse und Kräuter du jetzt aussäen kannst.
Diese Blumen kann man im Dezember aussäen
Bunte Blumen im Winter auszusäen erfordert die richtigen Arten. Einige Stauden und alpine Pflanzen sind Kaltkeimer und sollten tatsächlich jetzt im Dezember in die Erde, damit ihre Samen über Winter die nötige Kälte bekommen. So durchbrechen sie die Keimruhe und sprießen im Frühling. Andere, empfindlichere Blumen kannst du bereits im Haus vorziehen, wenn du für genügend Licht und Wärme sorgst.
- Kaltkeimer-Stauden: Säe jetzt die Samen von Stauden, die einen Kältereiz brauchen, direkt ins Freiland oder in Töpfe, die du draußen überwintern lässt. Dazu zählen z.B. Enzian (Gentiana), Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis), Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis) oder Duftveilchen (Viola odorata). Diese Pflanzensamen liegen den Winter über in der kalten Erde und keimen erst im Frühjahr, sobald es wärmer wird.
- Wildblumen: Möchtest du eine Blumenwiese oder Wildstauden aussäen, kannst du manche Samen auch im Dezember ausbringen. Streue z.B. Mohn- oder Kornblumensamen auf ein vorbereitetes Beet. Sie bleiben bis zum Frühjahr liegen und keimen dann natürlich, sobald die Bedingungen stimmen – ähnlich wie es in der Natur passieren würde.
- Sommerblumen vorziehen: Einige einjährige Blumen kannst du im Warmen schon jetzt aussäen, um kräftige Jungpflanzen für den Sommer zu haben. Zum Beispiel lassen sich Geranien (Pelargonium) ab Dezember auf der Fensterbank vorziehen – ihre Keimung und Jugendentwicklung dauert lange, so hast du bis Mai blühfähige Pflanzen. Auch exotische Blüten wie Passionsblumen oder bestimmte Kübelpflanzen können jetzt aus Samen gezogen werden. Wichtig ist dabei viel Licht (Pflanzenlampe oder Südfenster) und eine konstante Zimmertemperatur, damit die Sämlinge gesund wachsen.
Dieses Gemüse kann man im Dezember aussäen
Gemüse im Dezember auszusäen ist nicht gerade einfach. Im Freiland keimt jetzt fast nichts mehr, da die Böden kalt sind und die Tage dunkel. Eine Ausnahme sind bestimmte winterharte Wurzelgemüse, die einen Kältereiz benötigen. Im Gewächshaus oder auf der Fensterbank kannst du aber dennoch ein paar vitaminreiche Pflanzen ziehen.
- Kerbelrübe (Chaerophyllum bulbosum): Dieses seltene Wurzelgemüse (ähnlich der Petersilienwurzel) wird zwischen Ende November und Anfang Dezember direkt ins Beet ausgesät. Die Samen der Kerbelrübe benötigen mehrere Wochen Kälte, um ihre Keimruhe zu brechen. Sie überwintern also im Boden und keimen im Frühjahr. Mit etwas Glück kannst du dann im nächsten Sommer Kerbelrüben ernten.
- Feldsalat (Valerianella locusta): Im unbeheizten Gewächshaus oder unter einem Folientunnel kannst du jetzt noch Feldsalat einsäen. Streue die Samen in Reihen in lockere Erde. Die Keimung erfolgt langsam bei niedrigen Temperaturen, aber Feldsalat ist hart im Nehmen und wächst selbst bei Kälte weiter. Im Februar kannst du dann die ersten zarten Blättchen ernten. Im Freiland wäre es für die Aussaat bereits zu spät, aber im geschützten Anbau klappt es.
- Gartenkresse: Auf der warmen Fensterbank kannst du jederzeit Kresse säen. Verteile die Kressesamen dicht auf feuchter Watte oder Küchenpapier auf einem Teller. Stelle ihn an einen hellen Platz in der Wohnung. Schon nach wenigen Tagen siehst du das frische Grün sprießen. Gartenkresse ist ideal, um auch im Winter regelmäßig frische Vitamine aufs Brot zu bekommen.
- Microgreens & Sprossen: Eine tolle Möglichkeit, im Dezember eigenes Gemüse zu ziehen, sind Microgreens und Keimsprossen. Dabei werden Samen von Gemüse oder Kräutern (z.B. Radieschen, Rucola, Brokkoli, Alfalfa) in Schalen oder Keimgläsern im Zimmer zum Keimen gebracht. Nach etwa einer Woche erntest du die jungen Keimlinge und verwendest sie z.B. im Salat oder aufs Butterbrot. Wichtig: Spüle die Keimsaat täglich mit frischem Wasser und achte auf Hygiene, damit nichts schimmelt.
Unser Tipp: Chili-Aussaat im Dezember
Chilipflanzen haben eine sehr lange Entwicklungszeit. Wenn du im kommenden Sommer eine reiche Ernte richtig scharfer Chili-Schoten möchtest, kannst du bereits im Dezember mit der Aussaat beginnen. Besonders langsam wachsende und extrem scharfe Sorten (wie Habanero oder Carolina Reaper) profitieren von einem frühen Start. Beachte aber: Ohne zusätzliches Licht und Wärme geht es nicht.
- Früher Start: Je früher du Chilis säst, desto länger haben die Pflanzen Zeit zu wachsen und kräftig zu werden. Sorten mit langer Reifezeit solltest du daher jetzt vorziehen.
- Licht: Im Dezember sind die Tage kurz und dunkel. Für die Anzucht von Chilis ist eine Pflanzenlampe fast unverzichtbar, damit die Keimlinge genug Helligkeit bekommen. Auch ein sehr helles Südfenster kann genügen, aber beobachte die Jungpflanzen: Werden sie lang und dünn, fehlt Licht (man sagt, sie „vergeilen“).
- Wärme: Chilis stammen aus warmen Klimazonen. Platziere die Saatschale an einem warmen Ort (ideal sind 25 °C). Du kannst z.B. die Heizung nutzen oder eine spezielle Heizmatte unter das Anzuchtgefäß legen. Die Erde sollte konstant warm sein, dann keimen Chilis oft innerhalb von 10-20 Tagen.
- Pflege: Verwende lockere Anzuchterde und halte sie gleichmäßig feucht (aber nicht nass). Decke die Saatschale mit Klarsichtfolie oder einem Deckel ab, um die Luftfeuchte hoch zu halten, lüfte aber täglich kurz gegen Schimmel. Nach dem Keimen brauchen die Pflänzchen weiterhin viel Licht und moderate Temperaturen (um 20 °C). Bis zum Auspflanzen ins Freie (nach den Eisheiligen im Mai) sollten die Chilis in größeren Töpfen weiterkultiviert werden.

Andere Pflanzen & Kräuter
Natürlich kannst du auch einige Kräuter und ausgefallene Pflanzen im Dezember aussäen. Hier geht es meist um die Anzucht im Haus, denn draußen ist es zu kalt für die meisten Kräuter. Wer gern experimentiert, kann sogar mit exotischen Zimmerpflanzen starten. Ein paar Beispiele:
- Petersilie: Die Aussaat von Petersilie ist zeitaufwändig – die Samen keimen oft erst nach 3-4 Wochen. Du kannst im Dezember ein Schälchen oder Töpfchen mit Petersiliensamen auf der Fensterbank aussäen. Stelle es nicht zu warm (15-18 °C reichen) und halte die Erde feucht. Bis sich kräftige Pflänzchen entwickeln, vergehen einige Wochen. Diese kannst du im Frühjahr ins Freiland setzen oder weiter im Topf ziehen.
- Schnittlauch: Schnittlauch aus Samen zu ziehen lohnt im Winter kaum, da er sehr langsam wächst. Besser: Grabe im Garten einen kleinen Wurzelballen Schnittlauch aus und topfe ihn ein. Im Haus bei milder Wärme treibt der Ballen bald frische Halme aus. So hast du auch im Winter frischen Schnittlauch, ohne aussäen zu müssen.
- Katzengras: Falls du Haustiere hast – Katzengras (meist eine spezielle Gerstensorte oder Mischung) kannst du jederzeit im Topf aussäen. Es keimt innerhalb einer Woche und liefert deinen Katzen oder Kleintieren frisches Grün zum Knabbern. Stelle das Töpfchen an einen hellen Platz und halte die Erde feucht. Schon nach 10 Tagen steht ein dichter „Rasen“ im Topf.
- Zimmerpflanzen aus Samen: Du kannst sogar Zitrusfrüchte oder Kakteen aus Samen ziehen. Setze zum Beispiel einen Zitronenkern in einen kleinen Topf mit Anzuchterde und halte ihn warm und feucht – mit viel Geduld wächst vielleicht ein Zitronenbäumchen heran. Auch Kakteen und exotische Pflanzen wie Mimose lassen sich aus Samen ziehen. Wichtig ist hier: konstante Wärme, Geduld und Schutz vor Staunässe. Bis solche Pflanzen groß sind, kann es zwar Jahre dauern, aber der Winter bietet Zeit, es auszuprobieren.
Grundregeln zur Aussaat
Egal ob Sommer oder tiefster Winter – ein paar Grundregeln sollte man bei der Aussaat immer beachten. Im Dezember kommen noch spezielle Herausforderungen hinzu (Stichwort Lichtmangel). Hier die wichtigsten Tipps, damit deine Saat erfolgreich aufgeht:
- Keimtemperatur beachten: Jede Pflanzenart hat eine optimale Temperatur zum Keimen. Informiere dich, welche Temperatur deine Saat braucht. Im Winter musst du oft künstlich für Wärme sorgen – z.B. Schalen im Haus aufstellen oder eine Heizmatte verwenden. Kaltkeimer lässt du dagegen gezielt in der Kälte stehen.
- Licht: Die meisten Jungpflanzen brauchen nach dem Keimen sehr viel Licht. Stelle Aussaatschalen an das hellste Fenster, das du hast, oder nutze eine Pflanzenlampe im Innenraum. Ohne genügend Licht wachsen Sämlinge lang und instabil. Ideal ist eine Kombination aus Tageslicht (Fensterbrett) und Zusatzbeleuchtung für 12-14 Stunden Licht pro Tag.
- Saubere Anzucht: Verwende spezielle Anzuchterde (nährstoffarm und keimfrei) sowie saubere Gefäße. Dadurch verhinderst du Schimmel und Krankheitskeime. Im Winter ist die Schimmelgefahr höher, weil wenig gelüftet wird – deshalb auf Hygiene achten. Lüfte Abdeckhauben täglich kurz und entferne befallene Keimlinge sofort.
- Geduld und Timing: Sei geduldig! Viele Samen keimen im Winter langsamer. Kaltkeimer zeigen oft erst im Frühling ihren ersten grünen Spitz. Andere Saat, die du jetzt vorziehst, wächst zwar, aber du musst die Pflänzchen dann den ganzen Winter über pflegen. Überlege dir also gut, was du bereits im Dezember aussäst. Nicht jede Pflanze lohnt den frühen Start – manchmal ist es besser, bis Januar/Februar zu warten.
- Feuchtigkeit: Halte die Samen stets leicht feucht. Gerade die Heizluft im Zimmer lässt Erdoberflächen schnell austrocknen. Am besten benutzt du eine Sprühflasche zum Befeuchten der Aussaaterde. Vermeide jedoch Staunässe um jeden Preis – zu viel Wasser führt zu Fäulnis und „Umfallen“ der Keimlinge durch Pilzbefall (Dämpfungskrankheit).
Was blüht im Dezember?
In vielen Gärten dominieren im Dezember kahle Äste und Immergrün. Farbenfrohe Blüten sind jetzt selten – aber es gibt sie! Einige robuste Pflanzen öffnen sogar in Eis und Schnee ihre Blüten. Hier erfährst du, welche Blumen, Sträucher und Bäume im Dezember blühen.
Welche Blumen blühen im Dezember?
Die meisten Stauden und Sommerblumen haben im Winter Pause, doch ein paar tapfere Blüher gibt es trotzdem. Winterblühende Blumen und Bodendecker sorgen selbst im Dezember für Farbtupfer im Beet. Oft stammen diese Pflanzen aus Gebirgsregionen oder sind speziell gezüchtete Sorten, die Kälte gut vertragen. Hier sind einige Blumen, die im Dezember im Garten blühen:
- Christrose (Weihnachtsrose) (Helleborus niger): Die Christrose ist der Klassiker unter den Winterblumen. Sie öffnet je nach Witterung ab Dezember ihre schneeweißen (manchmal leicht rosa) Blüten und blüht dann unermüdlich bis März. Christrosen mögen halbschattige Standorte und vertragen Frost problemlos. Ein wenig Laubmulch um die Pflanze hilft, den Boden bei starkem Frost etwas wärmer zu halten, damit die Blüte nicht pausiert.
- Schneeheide (Erica carnea): Auch Winterheide genannt, blüht dieser niedrige Zwergstrauch oft schon im Dezember. Die kleinen glöckchenförmigen Blüten in Rosa- oder Lilatönen bedecken die Pflanze den ganzen Winter über (bis April). Schneeheide ist immergrün und eine ideale Bodendecker-Pflanze für sonnige oder halbschattige Plätze. Wichtig: Staunässe vermeiden, aber im Winter an milden Tagen etwas gießen, da auch sie Wasser braucht.
- Winter-Stiefmütterchen: Wenn du im Herbst Hornveilchen oder winterharte Stiefmütterchen gepflanzt hast, kannst du dich auch im Dezember an ihnen erfreuen. Bei milden Temperaturen bilden sie immer wieder neue Blüten in bunten Farben. Bei Frost legen sie eine Blühpause ein, aber die Pflanzen überleben und machen an wärmeren Wintertagen weiter. In Balkonkästen oder Beeten sind Winterstiefmütterchen daher eine beliebte Wahl für etwas Farbe.
Welche Bäume und Sträucher blühen im Dezember?
Tatsächlich gibt es auch einige Gehölze, die mitten im Winter blühen. Diese Winterblüher unter den Bäumen und Sträuchern sind oft sehr auffällig, da sonst nichts Laub trägt. Einige verströmen sogar im Dezember einen wunderbaren Duft, um die wenigen aktiven Insekten anzulocken. Hier sind ein paar Beispiele von Bäumen und Sträuchern, die im Dezember Blüten zeigen:
- Winter-Schneeball & Duft-Schneeball (Viburnum bodnantense und Viburnum farreri): Diese Viburnum-Sträucher gehören zu den frühesten Blühern. An ihren kahlen Zweigen erscheinen in den Wintermonaten hellrosa bis weiße Blütenbüschel. Oft startet die Blüte bereits im November und hält bis März an – auch im Dezember kannst du also die zarten, duftenden Schneeball-Blüten entdecken. Ihr süßer Duft erinnert an Vanille und lockt an milden Tagen die ersten Insekten.
- Zaubernuss (Hamamelis): Die Zaubernuss ist ein Strauch, der mit ungewöhnlichen Blüten begeistert. Je nach Sorte öffnen sich ab Dezember oder im Januar leuchtend gelbe, orange oder rote fadenförmige Blüten direkt an den Zweigen. Sie sehen ein bisschen aus wie kleine Bändchen oder Spinnen. Frost kann der Blüte wenig anhaben – die feinen Blütenblätter rollen sich bei starkem Frost ein und entfalten sich wieder, sobald es milder wird.
- Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum): Dieser gelb blühende Strauch trägt den Winter im Namen. Der Winterjasmin klettert bzw. rankt an Wänden oder Gerüsten und zeigt an den grünen, überhängenden Trieben den ganzen Winter über immer wieder einzelne, leuchtend gelbe Blüten. Besonders im Dezember und Januar schmückt er kahle Hauswände mit kleinen gelben Sternen. Er ist nicht duftend, aber ein fröhlicher Farbtupfer. Ein windgeschützter Standort fördert die Blüte.
- Winterkirsche (Prunus subhirtella ‚Autumnalis‘): Ein kleiner Zierkirschen-Baum, der vom Spätherbst bis ins zeitige Frühjahr sporadisch blüht. Die Winterkirsche wirft zwar ihre Blätter ab, aber an wärmeren Tagen im Dezember öffnen sich immer wieder einige der zarten, hellrosa Blüten. So kann es vorkommen, dass der Baum zu Weihnachten blüht. Die Hauptblüte folgt zwar im Frühjahr, doch die vorwitzigen Winterblüten sind ein besonderer Anblick.
- Mahonie (Mahonia x media): Mahonien sind immergrüne Sträucher, die auch im Winter ihr Laub behalten. Einige Sorten, wie die populäre Mahonia x media ‚Winter Sun‘, blühen ab Dezember mit aufrechten, gelben Blütenrispen. Diese duften nach Honig und bieten an frostfreien Tagen Nahrung für die wenigen verbliebenen Insekten. Mahonien eignen sich gut für halbschattige Plätze und bringen leuchtendes Gelb in den winterlichen Garten.
- Kamelie (herbstblühend) (Camellia sasanqua): Kamelien verbinden viele mit dem Frühjahr, doch es gibt auch herbst- und winterblühende Sorten. Die Camellia sasanqua öffnet ihre weißen oder rosaroten Blüten oft zwischen November und Januar. Allerdings ist sie etwas frostempfindlich. In Weinbauklima oder mit leichtem Schutz können diese Kamelien aber auch in Deutschland im späten Jahr blühen. Sie verströmen manchmal einen leichten Duft und sind in der kargen Jahreszeit ein edler Hingucker.

Rasenpflege im Dezember
Der Rasen hat im Dezember kaum Wachstum – und das ist gut so, denn so musst du nicht viel tun. Wichtig ist vor allem, den Rasen sauber zu halten und ihn vor Schäden zu bewahren. Wenn du deinen Rasen im November gut vorbereitet hast (letzter Schnitt, Herbstdünger usw.), kannst du im Dezember ziemlich entspannt sein. Beachte aber folgende Punkte:
- Laub entfernen: Kehre oder rechne die letzten Blätter von der Rasenfläche ab. Eine dünne Laubschicht ist zwar kein Drama, aber dicke Laubhaufen ersticken das Gras und fördern Pilzbefall. Das aufgesammelte Laub kannst du als Mulch unter Büsche geben oder kompostieren.
- Nicht mähen: Im Dezember wächst das Gras kaum noch, daher benötigt es keinen Schnitt. Wenn du im Spätherbst den Rasen ein letztes Mal auf etwa 5 cm gekürzt hast, reicht das völlig. Mähen bei Kälte stresst den Rasen nur unnötig und kann die Grasnarbe schädigen.
- Rasen nicht betreten: Vermeide es, bei Frost oder Raureif über den Rasen zu laufen. Gefrorene Grashalme brechen leicht. Man sieht das später an unansehnlichen, braunen „Fußspuren“, weil die gequetschten Halme absterben. Warte, bis der Rasen aufgetaut ist, bevor du ihn wieder normal betrittst.
- Kein Düngen: Im Winter sollte der Rasen nicht gedüngt werden. Die Nährstoffe könnten vom ruhenden Gras gar nicht aufgenommen werden und würden nur ins Grundwasser ausgewaschen. Den nächsten Rasendünger gibst du erst wieder im Frühling, wenn das Wachstum beginnt.
- Geräte einwintern: Nutze die ruhige Zeit, um deine Rasenpflege-Geräte zu warten. Reinige den Rasenmäher gründlich (entferne Grasreste) und lass bei Benzinmähern den Tank möglichst leer laufen. Prüfe die Messer und lass sie bei Bedarf schleifen. Spaten, Rechen und Co. können jetzt ebenfalls geputzt und trocken eingelagert werden. So ist alles startklar, wenn der Rasen im Frühjahr wieder Aufmerksamkeit braucht.
Saisonkalender Dezember
Auch im Winter musst du nicht auf heimisches Obst und Gemüse verzichten. Zwar ist das Angebot im Dezember kleiner als in den Sommermonaten, aber einige Sorten haben jetzt Erntezeit oder kommen aus der Lagerung frisch auf den Tisch. Besonders verschiedene Kohlarten, Wurzelgemüse sowie Äpfel und Birnen sind typische Saisonprodukte. Hier ein Überblick, welches Obst und Gemüse im Dezember in Deutschland Saison hat:
Obst der Saison im Dezember
Frisches Obst direkt vom Baum ist im Dezember rar, doch einiges Lagerobst und ein paar Spezialitäten stehen jetzt zur Verfügung. Äpfel sind das wichtigste Winterobst, dicht gefolgt von einigen Birnensorten. Dazu kommen Nüsse, die im Herbst gesammelt wurden, und Esskastanien. Folgende Obstsorten kannst du im Dezember aus regionaler Ernte (teils Lagerung) genießen:
- Äpfel: Im Herbst gepflückt und kühl eingelagert, bleiben Äpfel über den Winter hinweg knackig. Viele spätreifende Sorten (wie Boskoop oder Jonagold) erreichen im Dezember erst ihren vollen Geschmack. Äpfel sind daher auch im Winter DAS regionale Obst und perfekt für Bratäpfel, Apfelkuchen oder als gesunder Snack.
- Birnen: Einige späte Birnensorten (z.B. Pastorenbirne oder Conférence) lassen sich bis Dezember einlagern. Zwar werden Birnen schneller weich als Äpfel, doch gut gekühlte Exemplare halten einige Wochen. Die letzten Birnen des Jahres schmecken köstlich in winterlichen Salaten oder als Kompott.
- Quitten: Quitten werden meist im Oktober geerntet. Sie sind roh ungenießbar, aber als Lagerobst können sie kühl einige Zeit aufbewahrt werden. Im Dezember sind sie oft noch erhältlich (oder als eigene Ernte vorhanden), um daraus Gelees, Mus oder Quittenbrot zu machen – ein duftendes Highlight in der Winterküche.
- Walnüsse: Die Nüsse der Walnussbäume fallen im frühen Herbst herunter. Getrocknet und gelagert sind Walnüsse den ganzen Winter verfügbar. Jetzt in der Adventszeit knackt man sie gern frisch – Walnüsse aus heimischem Anbau sind aromatisch und passen gut zu Plätzchen oder als Snack.
- Haselnüsse: Auch Haselnüsse werden im Herbst gesammelt und getrocknet. Über Winter kannst du heimische Haselnüsse verwenden, z.B. für Weihnachtsgebäck oder einfach zum Knabbern. Ihre Saison erstreckt sich durch Lagerung bis ins Frühjahr.
- Maronen (Esskastanien): Esskastanien reifen im Oktober und sind im Spätherbst/Winter auf Märkten frisch zu finden. Im Dezember kannst du regionale Maronen beispielsweise rösten oder für Maronensuppe verwenden. Sie sind ein klassisches Winter- und Weihnachtsmarkt-Schmankerl und stammen in Deutschland vor allem aus der Pfalz oder dem Schwarzwald.
- Hagebutten: Die roten Früchte der Wildrosen (Hagebutten) sind ab Spätherbst reif und bleiben oft bis in den Winter am Strauch. Nach den ersten Frösten werden sie weich und können gesammelt werden. Im Dezember kannst du Hagebutten ernten, um z.B. Tee zu kochen oder Hagebuttenmark herzustellen – reich an Vitamin C und perfekt für die Winterzeit.
Gemüse der Saison im Dezember
Im Winter kommt vor allem Lagergemüse und frosthartes Wintergemüse auf den Teller. Typische Dezember-Gemüse sind verschiedene Kohlsorten, Wurzelgemüse sowie Wintersalate. Einiges davon wird noch frisch geerntet, anderes stammt aus der Lagerung von Herbsternte. Dieses Gemüse hat im Dezember Saison:
- Grünkohl: Der klassische Winterkohl! Grünkohl wird traditionell nach dem ersten Frost geerntet, weil er dann am besten schmeckt. In Norddeutschland ist „Grünkohl mit Pinkel“ ein bekanntes Wintergericht. Die Pflanzen stehen bis Januar/Februar auf dem Feld und werden nach Bedarf geerntet – frischer geht’s kaum.
- Rosenkohl: Die kleinen Kohlröschen reifen ab dem Spätherbst und können den ganzen Winter über vom Strunk geerntet werden. Rosenkohl verträgt Frost gut, die Kälte verbessert sogar sein Aroma. Im Dezember sind die Röschen schön fest und süßlich-nussig im Geschmack – perfekt für Aufläufe oder als Beilage.
- Wirsing: Der Wirsingkohl (Savoyen) gehört ebenfalls zum Winter. Spezielle Winterwirsing-Sorten überstehen Frost und können auch im Dezember frisch vom Feld kommen. Wirsingköpfe sind etwas lockerer als Weißkohl und schmecken herzhaft in Eintöpfen oder als Rahmwirsing.
- Rotkohl und Weißkohl: Kopfkohle wie Rotkohl und Weißkohl werden meist bis Oktober geerntet, aber sie lassen sich hervorragend lagern. Im Dezember gibt es daher aus heimischer Lagerung noch knackige Kohlköpfe. Rotkohl ist zur Weihnachtszeit besonders gefragt (Rotkraut als Beilage), Weißkohl dient im Winter v.a. als Rohstoff für Sauerkraut oder Krautsalate.
- Wurzelgemüse (Möhren, Rote Bete, Pastinaken): Karotten und Rote Bete sind klassische Lagergemüse. Sie werden im Herbst eingelagert und stehen im Dezember frisch aus dem Keller zur Verfügung. Pastinaken und Petersilienwurzeln können teils sogar im Beet bleiben und bei Bedarf im Winter ausgegraben werden, da sie Frost gut vertragen. Diese Wurzeln liefern wertvolle Nährstoffe und sind in Suppen oder Ofengerichten wahre Winterhits.
- Lauch (Porree): Winterharte Lauchsorten bleiben auf dem Feld und können den ganzen Winter über geerntet werden. Selbst unter Schnee kann man Lauch ausgraben, solange der Boden nicht wie Beton gefroren ist. Lauch bringt frische Würze in winterliche Eintöpfe und ist eine der wenigen Gemüsearten, die jetzt noch auf dem Acker stehen.
- Schwarzwurzel: Bekannt als „Winterspargel“ ist die Schwarzwurzel ein typisches Wintergemüse. Sie wird ab Oktober bis in den März geerntet, je nach Witterung. Im Dezember sind Schwarzwurzeln frisch verfügbar. Beim Schälen braucht man zwar etwas Muße (Milchsaft!), aber der nussige Geschmack belohnt die Mühe – ob als Gemüsebeilage oder Cremesuppe.
- Steckrübe: Die Steckrübe, eine gelbfleischige Rübe, war in früheren Zeiten ein wichtiges Wintergrundnahrungsmittel. Heutzutage erlebt sie ein Comeback. Steckrüben werden im Herbst geerntet und sind kühl gelagert bis in den Winter haltbar. Ihr süßlich-herzhafter Geschmack passt in Eintöpfe, Pürees oder als Ofengemüse.
- Topinambur: Die Knollen der Topinambur-Pflanze können im Boden überwintern. Man gräbt sie einfach nach Bedarf aus, auch im Dezember und Januar. Topinambur schmeckt leicht süßlich-nussig und kann roh im Salat oder gekocht verzehrt werden. Achtung: Einmal im Garten, neigt Topinambur zum Wuchern, aber im Winter freut man sich über die frische Knolle aus eigener Ernte.
- Feldsalat: Als Wintersalat schlechthin liefert Feldsalat (Rapunzelsalat) auch im Dezember frisches Grün. Er wird im Herbst gesät und ab November bis März geerntet. In milden Wintern kann man ihn im Freiland schneiden, bei Frost wächst er im Gewächshaus oder Folientunnel weiter. Feldsalat ist sehr vitaminreich und peppt mit seinem nussigen Geschmack winterliche Speisepläne auf.
- Chicorée: Chicorée wird zwar nicht direkt auf dem Feld geerntet, aber im Winter produziert. Die Wurzeln der Zichorie pflückt man im Herbst und treibt sie dann im Dunkeln (z.B. Keller) zu zarten, gelb-weißen Chicorée-Knospen. Diese gibt es im Dezember frisch vom Hof oder Markt. Chicorée bringt im Winter etwas knackigen Salat auf den Teller und wächst quasi im Verborgenen, während draußen Schnee liegt.
- Champignons: Frische Pilze haben zwar keine „Saison“ im klassischen Sinne, aber Champignons und Austernpilze aus regionaler Zucht sind auch im Dezember erhältlich. Sie werden in Hallen oder Kellern auf Substrat ganzjährig gezogen. Daher kann man auch im Winter mit Champignons kochen, z.B. als Pilzpfanne oder im Rahm – ein kleiner Hinweis darauf, dass nicht alles im Winter ruht.
Gartenarbeiten im Dezember: Das solltest du jetzt außerdem beachten
Wässern im Winter: Vergiss nicht, auch im Winter bei Bedarf zu gießen. Immergrüne Gehölze und winterblühende Pflanzen brauchen an frostfreien, trockenen Tagen Wasser, da sie über ihre Blätter weiterhin Feuchtigkeit verlieren. Gieße an milden Tagen durchdringend, damit die Wurzeln etwas abbekommen. Bei gefrorenem Boden oder starkem Frost solltest du hingegen kein Wasser geben – es würde nicht einsickern und könnte den Pflanzen sogar schaden, wenn es um die Stämme gefriert.
Winterschutz kontrollieren: Überprüfe deine empfindlichen Pflanzen regelmäßig auf ihren Kälteschutz. Ist die Schicht aus Mulch oder Laub über den Stauden noch dick genug? Stehen die Rosen noch gut angehäufelt? Haben deine Kübelpflanzen einen Schutz (z.B. Jutesack um den Topf oder Noppenfolie)? Gerade nach Stürmen solltest du schauen, ob Abdeckungen verrutscht sind. Bei Bedarf kannst du den Winterschutz auch verstärken – zum Beispiel extra Fichtenreisig über Beetpflanzen legen, wenn sehr strenger Frost angekündigt ist.
Schnee entfernen: Eine zarte Schneedecke isoliert den Boden und schadet den meisten Pflanzen nicht. Problematisch wird es bei schwerem Nassschnee und dicken Schichten auf immergrünen Sträuchern. Schüttle bei starkem Schneefall deine Sträucher behutsam ab, bevor der Schnee vereist. Besonders koniferenartige Gehölze oder Buchs können sonst unter der Last auseinanderbrechen. Tipp: Du kannst hochwachsende Sträucher vor dem Winter locker zusammenbinden, damit sie weniger Angriffsfläche für Schneemassen bieten.
Tiere im Garten: Im Dezember freuen sich Vögel, Igel und Co. über deine Unterstützung. Richte eine Futterstelle für Wildvögel ein und sorge für regelmäßiges Futter (z.B. Sonnenblumenkerne, Fettfutter). Stelle auch an frostfreien Tagen eine flache Schale mit Wasser als Vogeltränke auf (bei Frost ggf. mehrmals am Tag erneuern oder lauwarmes Wasser anbieten). Laub- und Reisighaufen lässt du am besten ungestört liegen, da darin Igel ihren Winterschlaf halten könnten. Schneide auch verblühte Stauden nicht komplett zurück – deren hohle Stängel dienen Wildbienen als Winterquartier.
Kompost und Vorratskeller: Setze deinen Kompost im Dezember nicht um, sondern lass ihn in Ruhe weiterarbeiten. Die Wärme im Inneren des Komposthaufens ist nämlich ein wichtiger Zufluchtsort für Kleintiere und Mikroorganismen in der kalten Jahreszeit. Schau lieber in den Vorratskeller: Kontrolliere eingelagerte Äpfel, Kartoffeln, Zwiebeln usw. regelmäßig auf faule Exemplare. Entferne Verdorbenes sofort, damit es nicht die benachbarten Früchte oder Knollen ansteckt. Lagere auch Winterkürbisse kühl und trocken – ein regelmäßiger Rundgang verhindert, dass man einen schimmeligen Kürbis übersieht.
Planung fürs nächste Jahr: Die Winterzeit ist ideal, um neue Gartenprojekte zu schmieden. Jetzt, wo weniger praktische Arbeit anfällt, kannst du dir in Ruhe überlegen, was du nächstes Jahr pflanzen möchtest. Stöbere in Saatgutkatalogen oder Online-Shops (viele versenden im Winter neue Samen). Vielleicht planst du eine neue Gemüsebeet-Einteilung oder suchst dir interessante neue Tomatensorten aus. Auch Blumenzwiebeln für das kommende Herbstpflanzung (wie Tulpen) kannst du schon vormerken. Ein guter Plan hilft, im Frühjahr direkt loszulegen, sobald das Wetter mitspielt.
Garten und Haus winterfest machen: Achte darauf, dass alle wasserführenden Installationen geschützt sind: Drehe Außenwasserhähne ab und lass Wasser aus Schläuchen und Regentonnen ab, damit nichts platzt. Kontrolliere, ob Gewächshäuser, Frühbeete und Kellerfenster gut verschlossen sind, damit keine Kaltluft-Schäden entstehen. Streue bei Glätte die Gartenwege lieber mit Sand oder Granulat statt mit Salz. Salz streut man zwar auf öffentlichen Wegen oft, aber im Garten schadet es Pflanzen und Boden. Durch solche kleinen Maßnahmen kommen Garten und Gärtner sicher durch den Winter.
Wie du siehst, gibt es auch im Dezember genug zu tun – aber alles in allem läuft die Gartenarbeit nun gemächlicher. Genieße die ruhigere Zeit, beobachte die Wintervögel an deinem Futterhäuschen und freu dich an jeder Blüte, die trotz der Kälte aufgeht. Mit guter Vorbereitung und etwas Fürsorge übersteht dein Garten den Dezember bestens und du kannst dem nächsten Frühjahr entspannt entgegenblicken!